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Meinungen zum Buch "Im Schatten der Derivate"
Werner Rügemer in Business Crime 2/2002
Mithilfe von Hafners Analyse kann man die innere ökonomische Brüchigkeit und die machtgestützte soziale Umverteilung innerhalb des Nullsummenspiels "Globalisierung" gut verstehen - eine Pflichtlektüre für wissbegierige "Globalisierungsgegner", aber auch für zukünftige Nobelpreisträger.
Michael Prellberg in Financial Times Deutschland vom 05.03.2002
Seine Logik, wie leicht sich Geld mit Derivaten verdienen lässt, ist schlüssig und nachvollziehbar. Und natürlich gibt es keinen Grund, warum nicht auch renommierte Banken dieses Instrument nutzen sollten, wenn ihnen niemand auf die Schliche kommen kann. Wie hauchdünn die Indizienlage ist, hat Hafner jetzt belegt. "Der Kampf gegen die Geldwäsche ist verloren", wird der FT-Journalist Barry Rider zitiert. Hafner belegt dieses Urteil, indem er zeigt, dass die Bekämpfer der Geldwäsche viel zu naiv sind, um sich mit dem Thema "Derivate" überhaupt zu beschäftigen. Wenn dieses Buch überhaupt Sinn und Zweck hat, dann diesen: als Weckruf.
Charlotte Spindler im Schweizerischen Medienmagazin "Klartext" Nr. 2/2003
Sind Schweizer WirtschaftsjournalistInnen dümmer als ihre deutschen KollegInnen? Oder mögen sie Analytisches bloss, wenn es aus der eigenen Feder stammt? Vielleicht schreiben sie auch ganz einfach lieber über neue Köpfe im obersten Management, weil Macht halt so sexy ist und immer eine bisschen was vom Glanz der Spitzenverdiener auf einen selber abfällt. Als vor knapp einem Jahr der Schweizer Wirtschaftsjournalist Wolfgang Hafner in einem renommierten deutschen Verlag ein Buch über Geldwäsche mit Derivaten veröffentlichte, reagierten deutsche Printmedien von "Financial Times Deutschland" bis "Die Zeit" rasch, und der Referatsleiter des Deutschen Bundesfinanzministeriums Michael Findeisen, nahm Bezug auf Hafners Buch, als er forderte, jetzt müsse die Bekämpfung der Geldwäsche mit Derivaten auf die politische Traktandenliste gesetzt werden.
Viel Ehre ennet der Grenze, umso merkwürdiger mutet das grosse Schweigen in den helvetischen Medien an. Als wäre in der Schweiz das Geschäft mit dem schmutzigen Geld kein Thema und das Bankgeheimnis definitiv ein alter Hut. Am Inhalt kanns nicht liegen, sogar der Basler Volkswirtschaftsporfessor Heinz Zimmermann lobte das Buch. Doch: Fünf Zeilen in der "Bilanz" und der "Basler Zeitung", eine oberflächliche Rezension im "Bund", eine Vorschau auf die Buchvernissage, und das war es schon. Immerhin nahmen sich die Wirtschaftsredaktoren Patrick Müller ("Mittelland Zeitung") und Rainer Borer (Radio DRS) Zeit für ein Interview. Aber veröffentlicht wurde nichts. Auch im Sachbuchtrio von DRS 2 nicht, obwohl es bereits im Programm angekündigt war. Zu kompliziert, hiess es, oder dann verschoben auf den St. Nimmerleinstag. Ob das wirklich bloss Zufall ist? Das Buch beruht auf einer Nationalfondsstudie; gebremst und hintertrieben wurde schon von Anfang an. Kaum hatte der Nationalfonds seine Zusage für ein Stipendium gegeben, versuchte der Präsident der Tessiner Bankiersvereinigung, Giorgio Ghiringhelli, das Projekt zu stoppen - das füge dem Finanzplatz Schweiz nur Schaden zu. und letztlich will das ja niemand, oder?
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